„People Science“ in schnell wachsenden Unternehmen

In eher traditionell orientierten Personalabteilungen werden Informationen über Angestellte oft nur passiv gesammelt. Daten wie Eintrittsdatum, Ausfallzeiten, Mitarbeiterbewertungen, Beförderungen und Gehaltserhöhungen werden vor allem aus statistischen Gründen gespeichert. Aber reicht das heutzutage noch aus? Um heutigen Ansprüchen gerecht zu werden, sollten die Mitarbeiterdaten umfassender analysiert, ausgewertet und eingesetzt werden können – „People Science“. Moderne Unternehmen tun dies bereits. Die genaue Auswertung und die damit einhergehende Auswirkung auf die Mitarbeiterentwicklung erfordert jedoch viel Kreativität und Menschenkenntnis.

Die wissenschaftliche Auswertung von Daten hat uns bereits wichtige Erkenntnisse und Techniken für Verkauf, Marketing und Finanzen gebracht – warum also nicht auch für den Bereich Human Resources? Der Einsatz von People Science unterstützt Sie dabei, Personalmanagement auf das nächste Level zu bringen. Aber wie bereit sind die Unternehmen eigentlich, diesen nächsten Schritt zu tun? Für eine Studie unseres Geschäftspartners Sage People (vormals Fairsail, Autor des englischsprachigen Originals dieses Artikels) wurden dazu über 500 führende Personaler befragt und deren Aussagen untersucht.

ZitatDie wissenschaftliche Auswertung von Daten hat uns bereits wichtige Erkenntnisse und Techniken für Verkauf, Marketing und Finanzen gelehrt – warum also nicht auch für den Bereich Human Resources? []

Wachstumsschmerzen

Die Studie zeigt, dass 98% aller teilnehmenden Unternehmen aus dem Technologie-, Finanz- oder Dienstleistungssektor ihre Umsätze Jahr für Jahr steigern. 30% davon werden als „Gazellenunternehmen“ eingeordnet – das sind besonders schnell wachsende Firmen, deren Jahresumsatz um mindestens 20% wächst über einen Zeitraum von mindestens vier Jahren.

Problemfaktoren Wachstum

So erstrebenswert Wachstum auch ist, sollten Unternehmen stets die Probleme schnellen Wachstums im Auge behalten. Eine Schlüsselfrage dieser Studie war, welches die größten Risikofaktoren darstellen. 88% aller Befragten gaben hierbei an, das die Suche nach geeigneten Kandidaten die größte Herausforderung darstellt (Tabelle 1). 42% der Befragten sind der Meinung, dass sie künftig mehr tun müssen, um talentierte Mitarbeiter langfristig zu binden, während 47% bezweifeln, dass sich die besten Mitarbeiter auch tatsächlich in den richtigen Positionen befinden (im Sinne des Unternehmenswachstums).

Es ist also nicht nur ein Problem für viele Unternehmen, die richtigen Leute zu finden – oftmals werden sie auch falsch eingesetzt. Viele Unternehmen wissen einfach nicht, wie sie Mitarbeiter optimal einsetzen, damit diese ihr Potenzial voll entfalten. Daher ist es dann auch keine Überraschung, dass diese Mitarbeiter dem Unternehmen oft nicht lange treu bleiben.

In der heutigen Zeit sollte ein Arbeitgeber die Personaldaten seines Mitarbeiterstamms schon etwas genauer analysieren. Tatsächlich glauben 79% der befragten Personaler, dass sämtliche Personalentscheidungen einzig auf Basis von Daten und deren Analyse getroffen werden sollten. Die Realität sieht allerdings anders aus – laut eigener Aussage wird dies von nur 34% aller Befragten in die Praxis umgesetzt.

Allerdings scheinen gerade die extrem schnell wachsenden Gazellenunternehmen genau diese Methode anzuwenden.

Warum liegen Gazellenunternehmen so weit vorne?

Wie trägt diese Methode zum wirtschaftlichen Erfolg der Gazellenunternehmen bei? 69% der befragten Gazellenunternehmen sind überzeugt davon, ihr Personal an den richtigen Stellen einzusetzen (im Vergleich zu nur 37% der langsamer wachsenden Unternehmen). Damit scheinen viele Gazellenunternehmen also einen Wissensvorsprung zu haben. Durch die komplette Automatisierung der HR-Prozesse (80% im Vergleich zu 53%) können sie schneller und leichter auf entscheidende Daten zugreifen und diese entsprechend auswerten. Laut Studie können sie u.a. verlässliche Aussagen treffen zur Weiterbildung von High Potentials (58% vs. 42%) und persönlicher Entwicklung (58% vs. 41%). Dabei sind die Gazellenunternehmen jederzeit in der Lage, schnelle Anpassungen und Veränderungen einzuleiten.

Die Gazellenunternehmen wissen also um den Wert der Personaldaten, setzen sie gezielt zur Unternehmensentwicklung ein und genießen so unmittelbar den positiven Effekt auf das Tagesgeschäft. Sie tragen direkt zum Verständnis und zur Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung bei (90% vs. 76%). Auf Basis dieser Personaldaten kann eine langfristige Personalstrategie entwickelt werden. 92% der befragten Gazellenunternehmen rekrutieren ihr Personal mit Hilfe einer solchen Strategie (im Vergleich zu nur 66% aller anderen Unternehmen).

Auf dem Weg in die Moderne

Wie die Studie belegt, wissen alle Befragten um die Wichtigkeit der Personaldaten für die Unternehmensentwicklung – unabhängig davon, ob die Unternehmen die Personaldaten effektiv einsetzen oder nicht. Umso erstaunlicher erscheint es, dass 92% Probleme zu haben scheinen, strategische Erkenntnisse aus den Personaldaten zu ziehen. Das Potenzial, dadurch die Geschäftsentwicklung direkt zu verbessern, erkennen alle. 63% planen, die Datennutzung innerhalb der nächsten 12 Monate entscheidend zu verbessern. Die Herausforderung dabei wird sein, das richtige System zu finden und einzusetzen – 31% geben zu, momentan nicht die entsprechenden technischen Voraussetzungen zu haben.

Der letzte Schritt in Richtung People Science

Was lernen wir also von den marktführenden Gazellenunternehmen? Diese Unternehmen nutzen die Personaldaten bereits aktiv, kennen ihr Potenzial und setzen sie zur Unterstützung des Unternehmenswachstums ein. Aufgrund ihres rapiden Wachstums und eines harten Wettbewerbs werden bei Gazellenunternehmen alle Möglichkeiten ausgelotet, die die Geschäftsentwicklung unterstützen. Gazellenunternehmen scheuen sich nicht davor, neueste Technologien und Erkenntnisse einzusetzen. Personalentscheidungen erfolgen hier auf Basis von Daten. People Science wird sich als prägender Faktor für die operative Entwicklung etablieren.

Moderne HR-Systeme und Technologien helfen dabei, Personaldaten effektiv zu erheben und auszuwerten und so Entscheidungen zu treffen. Der Weg dahin ist ein Sprungbrett zur Wachstumssteigerung. Die Automatisierung von HR-Prozessen macht aufwändige Administration, und manuelle Arbeitsschritte überflüssig. Stattdessen können Personaler ihre Zeit nutzen, direkt durchführbare Maßnahmen zur unmittelbaren Mitarbeiterentwicklung auszuarbeiten. Damit tragen sie aktiv zur Personalentwicklung bei und helfen den Mitarbeitern, ihre Produktivität im Sinne des Unternehmens optimal einzusetzen.

Weiterführende Links:
INFO – Leistungen von entero auf Basis der Salesforce-Plattform
Markus Huber – Ihr Ansprechpartner für Salesforce-basierte Lösungen
 

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